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Friedhöfe in Mölln

Alter Friedhof – Hindenburgstraße

Der 1840 eröffnete Alte Friedhof zeichnet sich durch den alten Baumbestand und einen parkähnlichen Charakter aus und befindet sich in der Nähe des Stadtzentrums an der Hindenburgstraße.

 

 

Neuer Friedhof – Großer Eschenhorst

Der Neue Friedhof am Wasserkrüger Weg im Süde der Stadt gelegen ist als Rasenfriedhof im Jahr 1975 hinzu gekommen.

Beide Friedhöfe verfügen über eine Kapelle für Trauerfeiern, die von den vorhandenen Parkplätzen in wenigen Minuten zu erreichen sind.

 

 

Reerdigung - eine nachhaltige Form der Erdbestattung

Das Bewusstsein für die Auswirkungen der eigenen Lebensweise auf die Umwelt wächst bei vielen Menschen. Auch das Ende des Lebens zahlt auf den ökologischen Fußabdruck jedes Menschen mit ein. Diese Erkenntnis hat zu einer neuen Form der Erdbestattung geführt, der Reerdigung. Sie ermöglicht einen nachhaltigeren Umgang mit dem menschlichen Körper nach dem Tod. Die Reerdigung ist neben den traditionellen Bestattungsweisen im Sarg oder in der Urne eine dritte Bestattungsform, die derzeit in der Ev.-Luth. Kirchengemeinde Mölln als Pilotprojekt durch die Firma Circulum Vitae durchgeführt wird. 

Bei der Reerdigung eines Verstorbenen wird der Körper innerhalb von 40 Tagen vollständig in fruchtbare Erde transformiert. Diese wird im Anschluss in einem Grab beigesetzt.

Pröpstin Frauke Eiben erklärt: „Die Reerdigung ist eine natürliche ökologische Transformation des Körpers. Sie knüpft an an unsere Bestattungsformel „Von der Erde bist du genommen. Zu Erde wirst Du werden. Aus der Erde wirst Du auferstehen zum ewigen Leben“. Wir sind die Experten für gute Rituale und begleiten deshalb dieses Pilotprojekt mit Blick auf die Vielfalt von Bestattungsformen auf unseren Friedhöfen. Reerdigung entspricht vollständig dem christlichen Verständnis des ewigen Lebens, das von einer Auferstehung nach dem Tod ausgeht. 40 Tage sind im biblisch-theologischen Kontext eine wichtige Zahl. Sie steht für Veränderung, Befreiung, Klärung.“

Pablo Metz vom Anbieter Circulum Vitae führt aus: „Die vertrauten Abläufe nach Eintritt des Todes bleiben bei der Reerdigung für die Angehörigen nahezu unberührt. Sie werden in gewohnter Weise von Bestattenden und Geistlichen begleitet.

Nach der Verabschiedung durch die Angehörigen wird der Körper der verstorbenen Person vom Bestatter für die Reerdigung auf einen Friedhof mit einem Alvarium gebracht. Der Begriff Alvarium orientiert sich dabei an dem Begriff Kolumbarium, das der Aufbewahrung von Urnen oder Särgen dient. Während das Kolumbarium dem lateinischen Begriff für einen Taubenschlag entspricht, benennt sich das Alvarium nach einem Bienenstock.

Im Alvarium angekommen, wird der Körper in einem speziellen Sarg (Kokon) auf ein Bett aus pflanzlichen Materialien wie Blumen, Grünschnitt und Stroh gebettet. Der 2,50 Meter lange Kokon ist aus langlebigem Edelstahl gefertigt. Damit kann jeder Kokon über viele Jahre genutzt werden und trägt maßgeblich zur Nachhaltigkeit bei.

Während der Körper im Kokon sein Ruhebett findet, transformieren natürliche Mikroorganismen, die uns ständig umgeben, den Körper in fruchtbare Muttererde.

Dieser Vorgang ist einer der ganz ursprünglichen Prozesse der Natur.

Die Mikroorganismen erzeugen bei ihrer Arbeit viel Wärme, so dass keine Energie hinzugefügt werden muss. Die hohen Temperaturen zerstören schädliche Krankheitserreger und verwandeln den Körper mit Grünschnitt, Stroh und Blumen in Humus, der für Mensch und Pflanze unbedenklich ist.  Aktuelles Beispiel: Ein Corona-Virus überlebt bei diesen Temperaturen maximal 90 Minuten.

Die Erde wird dem Kokon entnommen und kontrolliert. Anschließend erfolgt die Beisetzung der Erde nach dem Willen der verstorbenen Person auf einem Friedhof.“

Seit es Bestattungsrituale gibt, verändern sich diese mit den Menschen, die eine Gesellschaft prägen, weiß Bernd K. Jacob, Friedhofsbeauftragter des Kirchenkreises Lübeck-Lauenburg. Neue Denkweisen, veränderte Wahrnehmung, wissenschaftliche Erkenntnisse und Verantwortung für Umwelt und Natur sind Beweggründe, neue Wege auszuprobieren.

Das ist auch Pastorin Hilke Lage wichtig: „Als Kirchengemeinde wollen wir gerade in schwierigen Zeiten nah bei den Menschen sein und suchen immer nach neuen Möglichkeiten, ihnen in ihrer individuellen Trauer entgegenzukommen. Die Idee der Reerdigung hat uns sofort eingeleuchtet. Sie ist eine gute Alternative für alle, bei denen eine Bestattung im Sarg oder eine Feuerbestattung Unbehagen auslösen. Außerdem nimmt die Reerdigung mit der Nachhaltigkeitsidee den christlichen Gedanken der Bewahrung der Schöpfung auf.“

Ganz gleich, für welche Art der Bestattung sich Menschen entscheiden: Die seelsorgerliche Begleitung ist seit jeher Kernaufgabe der Kirche.

Hilke Lage: „Eine christliche Trauerfeier nimmt zunächst die Gefühle der Angehörigen ernst. Es tut weh, einen nahen Menschen zu verlieren. Als Pastorin sehe ich meine Aufgabe darin, die Angehörigen in ihrem Schmerz zu begleiten. Zugleich möchte ich Raum für Hoffnung schaffen: Hoffnung, dass der / die Verstorbene bei Gott geborgen ist, und dass Gott auch für die Angehörigen Wege zurück ins Leben eröffnen wird.

Die Transformation des Leichnams dauert bei einer Reerdigung 40 Tage. Wenn die Angehörigen es wünschen, begleiten wir sie gern in diesem Zeitraum: durch Zusammensein am Kokon, vielleicht mit Erzählen über den Verstorbenen, mit Andacht oder Musik. Die Form der Begleitung richtet sich individuell nach den Wünschen und Bedürfnissen der Angehörigen.“

Alle Informationen zum Thema Reerdigung gibt es online unter https://www.kirche-ll.de/kirchenkreis-verwaltung/friedhoefe/bestattungsformen.html

                                                                                                                     Ines Langhorst

Beteiligte an diesem Pilotprojekt sind:

Das Land Schleswig-Holstein

Die Ev.-Luth. Kirche in Norddeutschland

Der Kreis Herzogtum-Lauenburg, FD Gesundheit

Der Ev.-Luth. Kirchenkreis Lübeck-Lauenburg

Die Ev.-Luth. Kirchengemeinde Mölln

Die Firma Circulum Vitae GmbH

 

 

Der Obstgarten - Neue Grabanlage auf dem Alten Friedhof

„Und die Jahre gingen wohl auf und ab,

längst wölbt sich ein Birnbaum über dem Grab…“

… so heißt es in der Ballade von Theodor Fontane „Herr von Ribbeck auf Ribbeck im Havelland“.

Noch sind die Bäume auf dem Alten Friedhof in Mölln klein, der Rasen ist stellenweise erst frisch eingesät, doch bereits jetzt blühen die Kirschbäume auf der neuen Grabanlage. Pflaumen-, Kirschen-, Apfel- und Birnbäume wachsen auf dem Grabfeld, das leicht über den Eingang an der Hindenburgstraße (früher Gärtnerei Brandt) zu erreichen ist. Mit alten, dekorativen Zaunelementen ist die Anlage „Obstgarten“ eingefasst, auch eine Bank wartet schon auf Angehörige und Besucher.

33 Baumgräber waren zunächst unter den Obstbäumen geplant, in jedem Grab sollten zwei Urnen Platz finden. Jetzt hat bereits eine Erweiterung der Grabanlage, aufgrund der hohen Nachfrage, auf 44 Baumgräber stattgefunden. Die Anlage wird naturnah gestaltet: Nur zweimal im Jahr wird die gesamte Wiese gemäht – zu Ostern und vor dem Totensonntag. Die Gräber sind jedoch über regelmäßig gemähte Wege gut zu erreichen. Da so selten gemäht wird, ist es auch möglich, ein Gesteck oder eine Blumenschale auf den flachen Kissen-Grabsteinen abzulegen. Hierin unterscheidet sich die Grabanlage „Obstgarten“ von anderen Baumgrabfeldern auf dem Alten Friedhof.

Für weitere Informationen über diese und andere Grabanlagen auf unseren Friedhöfen stehen wir Ihnen gern zur Verfügung.

Und vielleicht schon im nächsten oder übernächsten Jahr heißt es dann auch in Mölln:

„Und kommt ein Jung' übern Kirchhof her,
So flüstert's im Baume: »Wiste 'ne Beer?«
Und kommt ein Mädel, so flüstert's: »Lütt Dirn,
Kumm man röwer, ick gew' di 'ne Birn.«

Ihre Friedhofsverwaltung

 

 

Gärten der Ewigkeit

„Ein Begräbnis (Friedhof) sollte ja ordentlicherweise ein feiner stiller Ort sein, der abgesondert ist von allen Orten, auf den man mit Andacht gehen und dort verweilen könnte, um den Tod, das Jüngste Gericht und die Auferstehung zu betrachten und zu beten, so dass dieser Ort eine ehrbare, ja eine ganz heilige Stätte wäre, so dass einer mit Furcht und aller Ehrbarkeit darauf wandeln könnte, weil ohne Zweifel etliche Heilige dort liegen.“
Martin Luther